Eine lächelnde Physiotherapeutin bei PhysioArt Basel appliziert blaues und schwarzes Kinesio-Tape zur Behandlung eines Tennisarms am Ellenbogen einer sitzenden Patientin. Die Patientin hat ihren linken Arm angewinkelt, während die Therapeutin das Tape präzise platziert, um den Tennisarm zu tapen.

Taping beim Tennisarm – gezielte Entlastung bei Epicondylitis lateralis

Ein ziehender Schmerz an der Aussenseite des Ellenbogens, der bei jeder Bewegung schlimmer wird?
Das könnte ein sogenannter Tennisarm sein – medizinisch korrekt bezeichnet als Epicondylitis lateralis.
Neben Physiotherapie, aktiven Übungen und gezielter Belastungssteuerung hat sich das Kinesio-Taping als wirkungsvolle Ergänzung in der Behandlung bewährt.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie sich eine Epicondylitis lateralis tapen lässt, wann das sinnvoll ist – und was Sie zusätzlich tun können.

Was ist eine Epicondylitis lateralis (Tennisarm)?

Ein Tennisarm, medizinisch Epicondylitis lateralis, entsteht durch eine Überlastung der Sehnenansätze der Unterarmstreckmuskulatur am äusseren Ellenbogenknochen. Trotz des Namens hat das Beschwerdebild in den meisten Fällen nichts mit Tennis zu tun. Häufige Auslöser sind:

  • Repetitive Bewegungen am Bildschirmarbeitsplatz, etwa durch Maus- oder Tastaturarbeit
  • Handwerkliche Tätigkeiten mit ständigem Greifen oder Schrauben
  • Racket- oder Wurfsportarten mit einseitiger Unterarmbelastung
  • Ungewohnte, plötzliche Belastungsspitzen, zum Beispiel bei Umzugs- oder Gartenarbeiten

Die Sehnenansätze reagieren auf die dauerhafte Überlastung mit kleinen Mikroverletzungen, die bei ungenügender Erholung zu einer chronischen Reizung führen können.

Typische Symptome

Betroffene berichten meist von:

  • Druck- oder Ziehschmerz an der Aussenseite des Ellenbogens
  • Schmerzverstärkung bei Greif- und Hebebewegungen, etwa beim Händeschütteln oder Tragen einer Tasse
  • Kraftverlust im betroffenen Arm
  • Gelegentlicher Ausstrahlung der Schmerzen in den Unterarm

Wie lässt sich eine Epicondylitis lateralis tapen?

Das Tapen einer Epicondylitis lateralis erfolgt in der Regel entlang der Unterarmstreckmuskulatur, mit gezielter Entlastung der Sehnenansätze. Je nach Beschwerdebild und Zielsetzung kommen unterschiedliche Anlagetechniken zum Einsatz:

  • Muskelanlage entlang der Streckmuskulatur: mit leichter Dehnung angelegt, um die Muskelspannung zu regulieren und die Belastung im Alltag zu reduzieren.
  • Ligamentanlage direkt über dem Sehnenansatz: mit stärkerer Vordehnung, um den lokalen Druck auf die gereizte Sehne gezielt zu verringern.
  • Fächertechnik im Bereich der grössten Schmerzpunkte: unterstützt Durchblutung und Lymphabfluss und kann punktuelle Schwellungen mindern.

Unsere speziell geschulten Therapeut:innen passen die Anlage individuell an, je nach Schmerzlokalisation, Aktivitätslevel und Muskelspannung. Dabei setzen wir auf die gleiche fachgerechte Anwendung, die auch bei anderen Indikationen wie Knie- oder Rückenbeschwerden zum Einsatz kommt. Mehr über die Wirkweise und die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der Methode erfahren Sie auf unserer Seite zum Kinesio Taping.

Taping als Teil eines ganzheitlichen Behandlungsplans

Das Kinesio-Tape wirkt unterstützend, ersetzt jedoch keine ursächliche Behandlung. Es lindert die Symptome im Alltag und beim Sport, bekämpft aber nicht die eigentliche Überlastung oder Fehlhaltung, die zum Tennisarm geführt hat. Für eine nachhaltige Heilung der Epicondylitis lateralis ist eine gezielte Physiotherapie unerlässlich, häufig kombiniert mit exzentrischem Training, manueller Therapie oder einer Stosswellentherapie.

Was Sie zusätzlich selbst tun können

Neben der professionellen Behandlung können folgende Massnahmen den Heilungsverlauf unterstützen:

  • Belastungsspitzen im Alltag bewusst reduzieren, etwa durch ergonomische Anpassungen am Arbeitsplatz
  • Kurze, regelmässige Pausen bei repetitiven Tätigkeiten einplanen
  • Dehn- und Kräftigungsübungen für die Unterarmmuskulatur, idealerweise nach Anleitung durch die Physiotherapie
  • Kühlung bei akuter Reizung, sofern diese als angenehm empfunden wird

Wann sollten Sie eine Physiotherapie⁠⁠⁠⁠-⁠⁠⁠⁠Praxis aufsuchen?

Halten die Beschwerden trotz Schonung länger als ein bis zwei Wochen an oder verstärken sie sich bei Alltagsbewegungen, lohnt sich eine fachliche Abklärung. Je früher die Ursache erkannt und behandelt wird, desto schneller und nachhaltiger lässt sich der Tennisarm in den Griff bekommen.

Häufig gestellte Fragen zum Taping beim Tennisarm (Epicondylitis lateralis)

Ein Kinesio-Tape wirkt beim Tennisarm mechanisch und neurophysiologisch. Durch das elastische Material und eine spezielle Anlagetechnik wird die Haut bei Bewegung minimal angehoben. Dies entlastet die gereizten Sehnenansätze der Streckmuskulatur am Ellenbogen, fördert die Durchblutung und den Lymphabfluss. Der Druck auf die Schmerzrezeptoren nimmt ab, wodurch Schmerzen oft sofort gelindert werden und die Bewegung wieder leichter fällt.

Da sich der Schmerzpunkt an der Aussenseite des Ellenbogens befindet, ist das fehlerfreie Anlegen mit nur einer Hand, insbesondere unter dem richtigen Zug, schwierig. Für eine optimale Wirkung sollte die erste Anlage von einer erfahrenen Physiotherapie-Fachperson durchgeführt werden. Sie kann Ihnen zeigen, wie Sie oder eine Partnerin bzw. ein Partner das Tape im Alltag korrekt erneuern.

Ein qualitativ hochwertiges Kinesio-Tape kann in der Regel 4 bis 7 Tage auf der Haut verbleiben. Es ist wasserfest, sodass Duschen oder Schwimmen kein Problem darstellt. Nach dem Duschen sollte das Tape lediglich vorsichtig trocken getupft und nicht gerieben werden. Sobald sich die Enden stark ablösen oder die Haut anfängt zu jucken, sollte das Tape vorsichtig entfernt werden.

Aus rein materialtechnischer Sicht sind alle Farben identisch in ihrer Elastizität und Klebekraft. In der Kinesiologie wird jedoch oft mit der Farblehre gearbeitet: Blau steht für Kühlung und Beruhigung, ideal bei akuten, heissen Entzündungen, während Rot und Pink die Durchblutung und Aktivierung anregen sollen, häufig genutzt bei chronischen Beschwerden. Im Zweifel wählen Sie einfach die Farbe, mit der Sie sich am wohlsten fühlen.

Nein, das Taping ist eine hervorragende unterstützende Massnahme, aber keine eigenständige Heilmethode. Es lindert die Symptome im Alltag und beim Sport, bekämpft jedoch nicht die Ursache (meist eine Überlastung oder Fehlhaltung). Für eine nachhaltige Heilung der Epicondylitis lateralis ist eine gezielte Physiotherapie, kombiniert mit exzentrischem Training, manueller Therapie oder einer Stosswellentherapie, unerlässlich.

Eine klassische Bandage stabilisiert das Gelenk meist starr und schränkt die Bewegung bewusst ein. Kinesio-Tape hingegen bleibt elastisch und lässt die volle Bewegungsfreiheit zu, es wirkt über die Hautrezeptoren auf Muskulatur und Durchblutung, statt das Gelenk mechanisch zu blockieren.